Jahr 1960

Maita, Mai 1960 B/E: Maita hatte ein moralisches "Tief" und war Mai/Juni in Deutschland (Butzbach, Wuppertal, Essen und Dachau, bei Verwandten unserer beider Familien) zur Erholung und "Wiederbelebung". Fredi und ich waren diese Zeit bei den Eltern (Menzell) zu Gast, wo Fredi eine leichte Gelbsucht bekam, mich ansteckte und wir beide 3 Wochen das Bett hüten mussten, dazu natürlich strenge Diät leben. Auch in diesem Jahr wieder viele Ausflüge und Ausfahrten mit Fam. Winter und Lamprecht, nach Navacerrada, Escorial, Alberche Stausee... Unsere Firma, Metalunion, S.L., musste ein neues Lager suchen und finden und so zogen wir von Calle Oñate im Barrio de Tetuan nach Ventas über, genau quer über Madrid. Jetzt hatten wir keinen Gießereibetrieb mehr und die geschäftliche Entwicklung war negativ. Vater sagte: wir sind nun mal keine Kaufleute und sicher hatte er weitgehend Recht. Allerdings muss ich festhalten, dass wir, gutgläubig, betrügerischen Machenschaften zum Opfer fielen, die unsere Finanzlage schwer belastete.

F/U: Ferien in Darnius, teils August, teils September, insgesamt so ca. 3 'Wochen, Maita, Fredi und ich mit Mama und erstmals Nena mit Töchtern Mausi und Susi. Wir hatten wieder Vaters VW zur Verfügung und Nena (also Hoelschers) hatten damals einen schönen Morris. Wir unternahmen viele Ausflüge nach La Junquera (damals enger Kontakt zu Familie Rigau = so Vettern 3. Grades), nach Rosas, Cadaques und zum damals noch nur Fluss La Arnera und zum ex E-Werk La Farga (unter der heutigen Staumauer gelegen). Wir unternahmen auch eine gemeinsame Fahrt nach Andorra und übernachteten dort und nach Bañolas (Lago de) und immer wieder Ausflüge, zu Fuß, zu den diversen fuentes; Font de la Deu, Can Descals, etc., bewaffnet mit "pa y chocolate".

Darnius, 1960 Darnius, 1960 Darnius, 1960 Darnius, 1960

Jahr 1961

Opas Unfall mit dem VW-Kaefer B/E: In der Firma Metalunion, S.L. begannen die Geschäfte eine schlechte Entwicklung zu nehmen. Wir hatten weitere Verluste durch Wechselfälschungen und durch Pleiten Dritter, die unsere respektiven Niederlassungen (Madrid: Vater und ich, Valencia: Ratfisch) sehr schwer belasteten. Unsere geschäftliche Zukunft sah sehr schlecht aus, es wurde immer klarer. dass Vater und ich und Ratfisch plus Tochter Christa, plus Personal (jetzt noch zusammen ca. 20 Personen, darunter in Madrid Herr Wicher, in Valencia Harald Drescher und bei uns noch Jesus Barral) zu viele waren, um die Firma und uns zu erhalten, jedenfalls unter akzeptablen Aussichten für die Zukunft. Wir kamen noch gerade durch, mehr auch nicht. Trotzdem waren wir, "en familie", glücklich obwohl ein intimer Prozess doch sehr nagte, seit Jahren sagt man jetzt "stresste". Fredi begann im Oktober Schulbesuch an der Deutschen Schule Madrid (wo er aber nur 2 Jahre Grundschule absolvieren konnte, wie sich zwei Jahre später ergab), zusammen mit Kalexe Winter (deren Familie aber gleich nach Barcelona übersiedelte).

F/U: Ich hatte "das Rennen" schon fast aufgegeben, aber siehe da, glückhafter Frühsommer, Maita wurde zum zweiten Mai schwanger. Ihre Erholung vom Vorjahr war also sehr erfolgreich gewesen! Ostern, April, waren wir 6 Tage wieder in Benidorm, Maita, Fredi und ich (noch "zappelte" Ina nicht) und 4 x Hoelschers und -noch immer- natürlich Karlos. 14 Tage Sommerferien machten wir dann in Tragacete (Cuenca) im Hostal La Trucha. Maita konstatierte da eindeutig ihre neue Schwangerschaft, d.h. sie bestätigte sich. Wir wanderten viel, waren in Cuenca und in der berühmten Ciudad Encantada (gewaltige und kuriose Felsformationen). Papa und Mama besuchten uns in Tragacete, Fredi war schon so clever sich mit anderen Kindern im Damespiel zu mausern.

Benidorm, 1960 Benidorm, 1960 Benidorm, 1960 Benidorm, 1960

Jahr 1962

Inas Geburt, 1962 B/E: Ein sehr gutes Jahr, voller Freude auf der einen und ein sehr trauriges Jahr auf der anderen Seife, Am 1. März kam unsere Ina (Ina-Helene, musste aber nach Franco Regimes Gnaden Helena eingetragen werden) um 6:10 h. morgens auf die Welt. Mit "blauen" Füssen vorneweg (que susto, nachdem der dumme Frauenarzt uns so schon eingeschüchtert hatte = Röntgenaufnahme = "zu großer Kopf"), aber alles ging gut, ich durfte wieder bei der Geburt dabei sein. So kann ich also angeben, meine/unsere beiden Kinder "mitgeboren" zu haben. Allerdings musste ich, in Begleitung von Mutti Grete Stursberg, schon am 2.3. und danach noch 7x das kleine Ding zu einer anderen Klinik bringen (geboren sind unsere Beiden in Der Klinik "Milagrosa), wegen Blutgruppe (Rhesusfaktor) zur Untersuchung und sogar einer B1uttransfusion. Dann zeigte Ina aber: Schluss und gedieh prächtig, auch wieder an Maitas Brüsten. Dann traurig, am 20. März starb Omi ("dickes") Wiescher (Maitas Großmutter) in Madrid (84) und Paps (Walter) Stursberg erlitt zwei Tage später einen ersten Schlaganfall, der ihn über 4 Jahre teils mehr, teils etwas weniger lähmte (Sprache und Gehen). Dann wieder erfreulich, am 20. Juni Hochzeit von Karlos und Meli (Amelia Torrejón). Im Oktober ließen wir Ina in der Evang. Kirche taufen, Paten wurden Karlos und Sigrid Stursberg. Ich durfte/konnte, in den Ferien in Calafell, zum zweiten Mai einen (jungen) Menschen vor dem Ertrinken retten. Stumme Zeugin meine Tante Margarita, mit der ich am spazierte und "Dios se lo pague" der Dankesgruß der Geistlichen, die die badende Jugendgruppe "bewachen" sollten.

F/U: Ende August bis Mitte September waren wir, Jetzt zu viert, in Calafell als zahlende Gäste im Haus von Tante Margarita Goller in Urlaub Vater' hatte uns wieder seinen VW überlassen. Es war da in Calafell ein sehr volles Haus auch mit den Kindern von Rosemarie Goller und Tino Canovas aber wir verlebten es sehr gut. Ina trank noch immer an Mamis Brust, da hatten wir keine Probleme und sie war die Show am Strand und in ihrem "Hopser". Wir fuhren über Tarragona nach Madrid zurück und besichtigten dabei die Stadt, soweit es Ina (von Omi Stursberg auch Krüsch genannt) zuließ. Ich kann nicht behaupten, dass mich damals schon Vorahnungen beschlichen also, dass Tarragona für mich und meine kleine Familie bald und auf 8 Jahre Heimatstadt werden sollte.

Calafell, 1962 Calafell, 1962 Calafell, 1962 Calafell, 1962

Jahr 1963

Maita mit Kindern B/E: Jahr umwälzender Veränderungen für mich und meine kleine Familie. Die Entwicklung in unserer Firma Metalunion, S.L. wurde immer negativer, für die Zukunft für mich schlecht und auch belastend für Vater, dem ich zuviel "abnehmen" wollte, also Verantwortung im Geschäft. Durch Vermittlung von Schwager Claus Hoelscher (der sich selbstständig gewaltig "gemoppelt" hatte) kam ich zu Kontakt und im Mai zu Vertrag mit SEIDENSTICKER ESPAÑOLA.S A in Tarragona und im Juni ließ ich Vater und METALUNION "sitzen" und übernahm die Stellung als Jefe de Ventas bei SEIDENSTICKER. Erst mal ergaben sich fast 6 Monate der Trennung von meinen Liebsten. ich wohnte im Hotel Europa in Tarragona, meine Leutchen blieben in Madrid. Ich suchte und fand Wohnung in Tarragona (Obispo Borras, 21) und am 9.12. zogen wir (mit Hilfe unser damals so treuen "chacha" Beatriz) nach Tarragona um. Weihnachten waren wir aber wieder in Madrid bei den respektiven Eltern. Danach begannen dann aber unsere 8 Jahre in Tarragona, die wir, rückblickend, alle als positiv betrachten. Unsere Wohnung in Madrid, Av.America, 10, stand damals zum Kauf ausgeschrieben und in einer Art Tauschgeschäft kaufte ich die Wohnung und verkaufte sie gleichzeitig an Claus H., der sie meinen Eltern sozusagen für "Nichts oder geleistete Dienste" überließ, als denen die Wohnung Maestro Chapi, 14 gekündigt wurde. Ostern 1964 zogen die Eltern ein (Mama lebte da bis sie 1974 starb) Ich übernahm von Claus H. unser erstes Auto (aus dem Anteil der Wohnungsübertragung), Renault Gordini und Maita machte an 23.12. (bei Eiseskälte und meinem mündlichem "Schubs" beim Einparken) ihren Führerschein.

Besuch von Ina Bischoff F/U: Aufgrund meiner beruflichen Veränderung, Einstellung bei SEIDENSTICKER, gab es für mich keinen Sommerurlaub, nur im Juli 3 Tage nach Madrid, um Ina Bischoff (für 3 Wochen aus Kanada zu Besuch) begrüßen zu können. Aber Maita, Fredi und klein Inalein kamen auf 3 Wochen nach Tarragona, alle im Hotel Europa untergebracht. Das war im August, ein sehr verregneter Monat und ich musste, arbeitsbedingt, meine Familie viel allein lassen. Weihnachten auf 4 Tage in Madrid, bei respektiven Eltern. Viel Kälte und dann scheußliche Rückfahrt nach Tarragona im "Gordini" (in Bujaraloz Autobatterie-Pleite und Übernachtung in eisiger Pension),

Jahr 1964

SESA Grundsteinlegung B/E: Der "Einstand" in Tarragona (familienbezogen) war recht hart. Zwar hatten wir eine hübsche Wohnung in Calle Obispo Borras, 21 gefunden, aber ohne Heizungsmöglichkeit, außer einem optisch schönen Kamin, der aber meistens fürchterlich qualmte und eher eine Qual war. Also musste zur Rettung Butan ran, zwei Öfen davon schafften wir an. Auf über einen Monat kam Anfang des Jahres Mutti (Grete) Stursberg aus Madrid zu uns, da ich zur weiterer Einarbeitung zum Hauptwerk SEIDENSTICKER nach Bielefeld geschickt wurde, vom 11.1. bis Ende Februar, wo es noch viel, viel kälter war als in Tarragona. SEIDENSTICKER. ging es damals großartig (Synthetik-Hemden boom). Kurz vor meiner Abreise nach Bielefeld hatten Maita eine schlimme und Mutti St. eine leichtere Butangasvergiftung, ich selber wurde leicht befallen, in unserer Wohnung. Die Kinder, in den Hinterzimmern, wurden zum Glück nicht befallen. Maita kippte einfach um, war ohnmächtig und Mutti fast und glücklicherweise merkte ich was los war, riss alle Fenster auf und schleppte Mutti auf den Balkon, während Maita, bei offenem Fenster im Bett lag. Der Unfall wurde dann, ohne weiteren Schaden überstanden. In Bielefeld wurde ich von der Firma (verantwortlich Herr Recksik) primitivst einlogiert (Pension Tein), vollkommen unangemessen für einen sogenannten Verkaufsleiter Spanien der Großfirma SEIDENSTICKER, obwohl mich sonst Juniorchef Gerd Seidensticker und seine Frau recht verwöhnten, mit Hauseinladungen, geliehenem TV, etc. Im Juni hatten wir Besuch von Mama und dann Ilse Stursberg. Ina kroch nachts dauernd zu Maita ins Bett, machte wohl eine Angstperiode durch und machte so einigen Ärger. Als Maita und ich mal einen Abend aus waren, machte Inalein so einen Klamauk, dass Fredi Hilfe suchend Nachbarn Wortmann (er techn. Leiter bei Seidensticker) aus dem Bett holen mussten, um die junge Dame zur Raison zu bringen. Im März war die Grundsteinlegung des neuen, großen Werks Seidensticker in Tarragona, mit großem Tam-tam, Beteiligung des Zivilgouverneurs und des Bischoffs von Tarragona. Ich durfte die Rede des Chefs, Walter Seidensticker, übersetzen. Sehr zu vermerken ist, dass Maita, mit nie nachlassender Geduld, unsere Kinder im Deutschen unterrichtete, Sprache, Geographie, Literatur, denn die Kinder gingen oder kamen ja in eine spanische Schule (Colegio PAX, besten Angedenkens). Allerdings spielten unsere Kinder auch weitgehendst mit, obwohl der jahrelange Unterricht natürlich zusätzlich zur Schule war, außerdem meist morgens um 7:00 h! Das Resultat hat den Kindern auf Lebzeiten weiter geholfen, ich würde sagen, es hat sie sogar geprägt. Am 29.7. starb in Dachau Oma Helene Menzell (91), Vater fuhr nach Dachau, erlebte noch die letzten Lebensstunden von Oma und blieb bis zur Einäscherung.

Obispo Borras 21 Wohnzimmer Esszimmer

F/U: Über Ostern waren wir auf 5 Tage in Madrid, alle Fahrten in unserem kleinen, aber tüchtigen Renault-Gordini. Ende Juli, bis Mitte August, dann Urlaub in Darnius, wir, meine Eltern und Nena mit Mausi und Susi. Viele Picknickausflüge und wieder eine 3 Tagefahrt nach Andorra, Maita und Kinder danach noch auf 12 Tage, mit Opa Menzell, nach Madrid. Weihnachten waren wir dann nur auf 3 Tage in Madrid bei respektiven Eltern.


Copyright © 2007 · Alfred Menzell · WEITER